Dienstag, 10:20 Uhr, auf einer Baustelle bei Biberach. Dein Handy klingelt zum dritten Mal in einer Stunde. Eine Frau fragt, ob du auch einen tropfenden Wasserhahn reparierst, ein Mann will nur wissen, ob du „so ungefähr” sagen kannst, was ein Geländer kostet. Beide Anrufe haben dich aus der Arbeit gerissen, keiner bringt dir einen Auftrag, den du willst. Am Abend sitzt du dann im Büro und schreibst Angebote, statt bei deiner Familie zu sein.
Die meisten Handwerksbetriebe in Oberschwaben haben eine Website. Fast immer ist sie eine Visitenkarte: Adresse, Telefonnummer, ein paar Leistungen, ein Foto vom Firmenschild. Das ist nicht falsch, aber es verschenkt das, was eine Website für dich tun könnte: die richtigen Anfragen vorsortieren, Bewerber überzeugen, bevor sie bei dir anrufen, und deine Arbeit zeigen, wenn du gerade keine Zeit hast, darüber zu reden. Wenn du überlegst, eine Website für deinen Handwerksbetrieb erstellen zu lassen, findest du hier, was drauf muss, was es kostet und wie das bei Betrieben aus der Region aussieht.
Visitenkarte oder Anfrage-Maschine: Was deine Website heute leisten muss
Eine Visitenkarte beantwortet die Frage „Wie erreiche ich dich?”. Eine gute Handwerker-Website beantwortet drei andere Fragen, und zwar bevor jemand zum Telefon greift:
- Machst du das, was ich brauche? Nicht „Metallbau aller Art”, sondern Treppen, Geländer, Carports, mit Fotos.
- Kommst du zu mir? Dein Einzugsgebiet, klar benannt: rund um Biberach, Bad Waldsee und Ravensburg, oder eben nicht.
- Wie geht es weiter, wenn ich anfrage? Wer meldet sich, wann, und was passiert danach?
Je klarer diese drei Antworten auf der Seite stehen, desto weniger Anrufe bekommst du, die dich nur Zeit kosten, und desto mehr von denen, die zu deinem Betrieb passen. Die Website wird damit zur ersten Stufe deines Angebotsprozesses, nicht zum Prospekt im Internet.
Anfragen, die zu dir passen, statt Anrufe auf der Baustelle
Das wichtigste Werkzeug dafür ist ein gutes Anfrageformular. Gut heißt: Es fragt genau das ab, was du für eine erste Einschätzung brauchst, und nicht mehr.
- Was soll gemacht werden? Eine Auswahl deiner Leistungen, damit der Kunde nicht raten muss.
- Wo? Ort oder Postleitzahl, damit du sofort siehst, ob es in dein Gebiet passt.
- Wann ungefähr? Dringend, in den nächsten Monaten, irgendwann.
- Fotos. Ein Upload-Feld für zwei, drei Handyfotos der Stelle. Damit sparst du dir oft den ersten Besichtigungstermin.
- Wann bist du gut erreichbar? Dann rufst du zurück, wenn es dir passt, nicht wenn das Handy auf der Baustelle klingelt.
Die Entscheidung, die du heute ständig triffst, ist: rangehen oder weiterarbeiten. Mit einem Formular, das die richtigen Fragen stellt, triffst du sie nicht mehr. Du sammelst die Anfragen und rufst am Nachmittag in Ruhe zurück, mit allen Informationen vor dir. Wer lieber anruft, findet die Telefonnummer natürlich weiterhin, am besten mit den Zeiten, in denen du gut erreichbar bist.
Bewerbungen: Deine Website ist die erste Baustelle, die ein Geselle von dir sieht
Wer heute einen Gesellen oder einen Azubi sucht, weiß, wie es um den Arbeitsmarkt im Handwerk steht. Viele Betriebe in Oberschwaben könnten mehr Aufträge annehmen, wenn sie die Leute dafür hätten. Bevor sich jemand bei dir meldet, schaut er sich fast immer deine Website an. Was er dort sieht, entscheidet, ob er anruft oder beim Betrieb im Nachbarort.
Eine Karriereseite, die Bewerbungen bringt, hat vier Bestandteile:
- Echte Bilder. Deine Werkstatt, dein Team, deine Fahrzeuge, deine Baustellen. Bewerber wollen sehen, wo sie arbeiten würden.
- Konkrete Angaben. Arbeitszeiten, Einsatzgebiet, Fahrzeug, Werkzeug, Weiterbildung. Je konkreter, desto glaubwürdiger.
- Ein paar Sätze von dir. Wer ist der Chef, und worauf legt er Wert? Das ist der Punkt, den keine Stellenbörse liefern kann.
- Eine Kurzbewerbung. Name, Telefonnummer, welche Stelle, ab wann. In einer Minute auf dem Handy ausgefüllt, ohne Anschreiben und Lebenslauf.
Der Moment, um den es hier geht, ist leise. Ein guter Geselle aus deiner Gegend schaut sich zwei Betriebe an. Der eine zeigt sein Team, seine Projekte und lässt ihn in einer Minute Kontakt aufnehmen. Der andere hat eine Seite von 2016 mit einem Foto vom Firmenschild. Du erfährst nie, dass er sich gegen dich entschieden hat.
Referenzen mit Fotos: Zeig die Treppe, nicht das Stockfoto
Nichts überzeugt einen Kunden so wie fertige Arbeit. Eine Referenz besteht im Idealfall aus drei bis fünf Fotos, einem Ort und zwei, drei Sätzen: Was war die Aufgabe, was hast du gemacht, was war das Besondere? „Wendeltreppe aus Edelstahl, Einfamilienhaus in Bad Schussenried” sagt mehr als jede Leistungsliste.
Wichtig ist, dass du neue Referenzen selbst und schnell einpflegen kannst, sonst bleibt es bei den fünf Projekten vom Start. Bei MD Hausbau, einem Bauträger und Generalunternehmer, läuft das über einen eigenen Projekt-Bereich: Ein neues Bauvorhaben ist mit wenigen Klicks angelegt, die Übersicht entsteht automatisch. So wächst die Seite mit jedem Projekt, ohne dass jemand eine neue Unterseite bauen muss.
Und noch etwas: Referenzen mit Ortsangabe helfen dir auch bei Google. Wer „Geländer Biberach” sucht, landet eher bei einem Betrieb, der ein Geländer in Biberach auf seiner Seite zeigt.
Das Google-Unternehmensprofil: das Schaufenster vor deiner Website
Viele Kunden sehen dich zuerst in Google Maps, noch bevor sie deine Website öffnen. Das Unternehmensprofil ist kostenlos und für Handwerker fast Pflicht. Damit es für dich arbeitet, achte auf diese Punkte:
- Gleiche Angaben überall. Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten müssen auf Profil und Website identisch sein.
- Die richtige Kategorie. „Metallbauer” statt „Handwerker”, dazu passende Zusatzkategorien.
- Fotos von echten Projekten. Regelmäßig neue, nicht nur das Logo.
- Bewertungen aktiv einsammeln. Nach jedem zufriedenen Auftrag den Link zur Bewertung schicken. Das kostet dich eine Minute.
- Die Website verlinken. Am besten direkt auf die passende Leistungsseite.
Das Profil bringt dir die Aufmerksamkeit, die Website liefert die Details und das Formular. Erst zusammen werden daraus Anfragen.
Drei Beispiele aus Oberschwaben
Metallbau Ringer in Eberhardzell: zwei Zielgruppen, zwei Wege
Der Meisterbetrieb Metallbau Ringer arbeitet für zwei sehr unterschiedliche Kunden: Privatkunden mit Treppen, Geländern und Sonderwünschen, und Unternehmen mit Schweißbaugruppen, Zulieferteilen und Serienfertigung. Statt beide in denselben Topf zu werfen, gibt es auf der Startseite eine klare Weiche zu zwei eigenen Bereichen, jeweils mit eigenen Bildern und eigenem Anfrageformular. Dazu kommen eine Über-uns-Seite mit Inhaber-Vorstellung und ein Ablauf in vier Schritten: Anfrage, Abstimmung, Angebot, Umsetzung. Im Hintergrund habe ich Microsoft 365, E-Mail-Postfächer, Hosting und Wartung aufgesetzt. Inhaber Philipp Ringer sagt dazu:
Seitdem erhalten wir mehr und passendere Anfragen und werden online besser wahrgenommen. Genau das war unser Ziel.
Philipp Ringer, Inhaber Metallbau Ringer, Eberhardzell
Alvanika in Bad Schussenried: viele Gewerke, klar sortiert
Alvanika Handwerks Dienstleistungen aus Bad Schussenried macht vieles aus einer Hand, vom Malern über Trockenbau bis zur Garten- und Außenpflege. Das ist eine Stärke, aber auch ein Problem: Wer „Maler Bad Schussenried” sucht, sucht nicht nach Trockenbau. Die Website hat deshalb klare Bereiche je Gewerk, sodass Suchende direkt beim richtigen Thema landen, und die Allround-Stärke wird zum Argument für den zweiten Auftrag.
MD Hausbau: Projekte, die die Seite selbst wachsen lassen
Bei MD Hausbau steht die Darstellung fertiger Bauprojekte im Mittelpunkt. Jedes neue Projekt kommt über eine einfache Eingabemaske dazu, die Übersicht aktualisiert sich selbst. Hosting, Wartung und Pflege laufen bei mir.
Was eine Website für Handwerker kostet und wie lange es dauert
Damit du planen kannst, hier meine Preise, so wie ich sie auch öffentlich nenne. Eine Website startet bei mir ab 1.300 € als Onepager mit Astro, mit WordPress zum Selbstpflegen ab 1.800 €. Größere Auftritte mit eigenen Funktionen, zum Beispiel getrennten Bereichen für Privat- und Gewerbekunden, einer Projektdatenbank oder Formularen mit Foto-Upload, gibt es auf Anfrage. Hosting und Wartung kosten ab 45 € im Monat, im Tarif WordPress Care mit Server in Deutschland, SSL, täglichen Backups und Updates mit Prüfung. Kleine Änderungen auf Zuruf sind ab dem Tarif WordPress Standard enthalten.
Zeitlich rechnest du mit rund sechs Wochen für eine kompakte Seite und rund acht Wochen für einen Auftritt mit mehreren Unterseiten. Der größte Faktor ist dabei nicht die Technik, sondern wie schnell Fotos und Feedback kommen. Texte und Struktur schreibe ich, du musst also nicht abends am Laptop sitzen und überlegen, wie man „Metallbau” spannend formuliert.
Rechne die Investition gegen das, was dich heute Zeit und Geld kostet: die Anrufe auf der Baustelle, die Besichtigungstermine für Aufträge, die nicht passen, und die Stelle, die seit Monaten unbesetzt ist. Schon ein passender Auftrag oder ein neuer Geselle, der über die Website kommt, verändert die Rechnung deutlich.
Was du vorbereiten kannst, damit es schnell geht
Du musst nichts perfekt vorbereiten, aber diese Dinge helfen:
- Fotos: zehn bis zwanzig Bilder von Projekten, auf die du stolz bist, gern Handyfotos.
- Leistungen: Was machst du am liebsten, und was machst du eigentlich nicht mehr gern?
- Einzugsgebiet: Bis wohin fährst du für welche Aufträge?
- Personal: Suchst du gerade Leute, und wenn ja, wen?
- Zugänge: Wer hat deine Domain, und bei wem liegen deine E-Mails?
Dein Aufwand danach: ein Telefonat von etwa 30 Minuten und ein bis zwei Feedback-Runden, je nach Paket. Den Rest übernehme ich, auch nach dem Livegang. Wenn du wissen willst, was die laufende Betreuung genau umfasst, lies den Artikel über WordPress-Wartung und ihre Kosten. Wenn du direkt loslegen willst, schreib mir über das Anfrageformular. Ich sitze in Eberhardzell, kenne die Betriebe zwischen Biberach, Bad Waldsee und Ravensburg und gehe selbst ans Telefon.